Nachlese zur Kuno-Krissler-Sache

Vor einer Weile habe ich über Kuno Krissler geschrieben, der einen Eintrag in der Wikipedia hatte, vermutlich aber frei erfunden ist.

Noch ein Werk von ... wem auch immer.
Noch ein Werk von ... wem auch immer.
Freigegeben von Hubert Schelle
unter der Lizenz CC-by-sa/2.0

Die Wikipedia hat den Artikel inzwischen ins „Fakemuseum“ aufgenommen. Leider wurden inzwischen die Bilder gelöscht, so dass das Werk jetzt ein wenig lädiert ist. Auch die italienische Wikipedia hat ihren Artikel gelöscht. Im „Kurier“ der Wikipedia – „Nicht unbedingt neutral, nicht enzyklopädisch“ – wurde in einer Randnotiz über die Sache berichtet.

Die Redaktion für die Personennamendatei (PND) der Deutschen Nationalbibliothek hat sich für meinen Hinweis bedankt. Sie haben den Eintrag über Kuno Krissler belassen, da solche Einträge im Zweifel auch für fiktive Charaktere zugelassen sind. Er wurde aber um die Zweifel ergänzt. Im Wortlaut sieht das dann so aus: Identität mglw. unklar“.

Der bisher anonyme Hinweisgeber hat sich gemeldet. Er identifiziert den Zeichenstil Kuno Krisslers als den von Hubert Schelle (was ich nicht beurteilen kann) und zollt seinen Respekt für den Scherz. Damit kann die nächste Kuno Krissler Medaille an Wilfried Asmussen gehen.

Auch Hubert Schelle hat sich gemeldet, zuerst in einer ausführlichen Mail, tags darauf noch einmal in einem etwas weniger lesenswerten Kommentar zu meinem Blog-Beitrag. Ich habe seine Mail beantwortet – aber leider ist meine Nachricht wochenlang nicht angekommen, so wie alle anderen Mails, die ich in dieser Zeit geschrieben habe. Ohne, dass ich es gemerkt hätte. Peinlich. Inzwischen sollte die Mail ihn aber erreicht haben; eine Antwort habe ich nicht bekommen.

In seiner Mail schreibt Hubert Schelle, dass es falsch ist, ihn zum Titanic-Umfeld zu zählen, er habe nur ein paar einwöchige Seminare an einer Sommerakademie bei F. W. Bernstein besucht. Das überrascht, gehören doch laut Impressum beide in zentraler Position der Kuno Krissler Gesellschaft an. Trifft man sich da nicht mal?

Hubert Schelle wirft meinem Beitrag fehlende Wissenschaftlichkeit vor. Ich hatte aber auch nie die Absicht, eine wissenschaftliche Arbeit vorzulegen. Abgesehen davon halte ist es für erkenntnistheoretisch ausgeschlossen, zu beweisen, dass jemand (oder etwas) nie existiert hat. Er fordert, ich möge „die Wahrheit“ schreiben. Ich schreibe die Wahrheit – soweit ich sie kenne.

Gab es diesen Architekten, der angeblich ein Restaurant in den Krater des einzig aktiven Vulkans auf dem europäischen Festland bauen wollte?

Ich denke: Nein.

Ein Gedanke zu „Nachlese zur Kuno-Krissler-Sache“

  1. Hallo nochmals,

    da ich ebenfalls ca. sieben- bis achtmal jene Sommerakademie mit F.W. Bernstein besucht habe und mit Hubert Schelle (alias Kuno Krissler) in schönem zeichnerischen Kontakt stand, kann ich den Zeichenstil und die handgeschriebenen Kommentare zu 100% Herrn Schelle zuordnen. Sollte sich dies als Fehlinterpretation herausstellen, so hat Hubert Schelle den berühmten Preis für Plagiate ( des „Krissler“), den „Plagiatus“ hochverdient. Aber mit Eichenlaub, Schwertern und Brillianten. Ich mailte auch der „Kuno-Krissler-Gesellschaft“ und freute mich darin über den gelungenen Scherz. Leider kam bisher keinerlei Reaktion. Ich denke, das sagt so Einiges. Trotzdem: Kuno Hubert Krissler Schelle kann hervorragend zeichnen und fabulieren.

    Viele Grüße
    Wilfried Asmussen

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