Ich werde nie wieder ein Spiel von Valve kaufen.

… weil sie mir alle geschenkt haben! Vor ein paar Tagen wurde bekanntgegeben, dass Valve Debian, das sie als Basis für SteamOS ausgewählt haben, im Gegenzug unterstützen möchte. Und sie schenken jedem interessierten Debian-Entwickler alle von Valve selbst produzierten Spiele – und zwar sowohl vergangene als auch zukünftige!

Valve-SpieleDas sind jetzt nicht wahnsinnig viele Spiele (hier die Liste), und den letzten Jahren nach zu urteilen wird auch nicht häufig etwas da­zu­kommen. Es sind auch nicht un­be­dingt Games, die ich gleich kom­men­des Wochenende durch­spie­len werde. Aber es ein wichtiger Teil der Spiele-Geschichte.

Die bekanntesten sind Counter-Strike, Half-Life, Left 4 Dead und Portal. Für die Zukunft wird mit Left 4 Dead 3 und einem neuen Half-Life gerechnet, aber niemand weiß, wann es soweit sein wird. Oder ob.

Nur 4 der 27 Spiele sind noch nicht auf Linux umgesetzt worden: Left 4 Dead 1, Alien Swarm, Counter-Strike: Global Offensive und Portal 2. Bei den ersten beiden weiß ich nicht, ob das Interesse groß genug ist, bei letzteren bin ich sicher, dass sie noch kommen werden. Vielleicht hebt man sie sich für ein SteamOS-Release oder ähnliches auf.

Ich werde in die Spiele sicherlich mal reinschauen, aber ob ich sie lange spielen werde, weiß ich nicht. Auf Half-Life bin ich aber neugierig. Der zweite Teil war damals für seine neuartige Physik-Engine gepriesen worden. Bei mir steckte aber nach ein paar Minuten eine Kiste in einer Wand fest. Da hatte ich es (leider) gleich wieder aufgegeben.

Aber wichtiger ist die Geste von Valve, und noch wichtiger, dass sie Debian auch anderweitig unterstützen möchten. Wir haben die Basis zusammengestellt, auf der sie aufbauen, und sie könnten sie auch ohne Gegenleistung verwenden. Es ist fein und fair, dass sie mehr zurückgeben wollen, als sie müssten. Ich bin stolz, dass Debian als Unter­bau von SteamOS verwendet wird (auch wenn es natürlich ein System zur Durchsetzung von DRM wird) und ich glaube, dass das Debian weiterbringen kann, insbesondere im Multimediabereich.

Wer jetzt auf die Idee verfällt, auch Debian-Entwickler werden zu wollen… Die Idee ist grundsätzlich begrüßenswert. Aber nicht, wenn die Motivation in Gratisspielen bestehen sollte. Ich musste, um Debian-Entwickler zu werden, eine Prüfung ablegen, die sich über mehrere Monate hingezogen hat und die mich, obwohl ich Software­ent­wickler bin, ganz schön herausgefordert hat. (Und nein, man muss für die Prüfung natürlich nichts bezahlen – was manche mich damals gefragt hatten.) Wem es um die Spiele geht – da würde ich sie lieber kaufen. Aber wer Debian helfen will, ist natürlich herzlich will­kommen! Es gibt inzwischen auch andere Helfer-Typen als den klassischen Debian-Entwickler, zum Beispiel Debian Maintainer und weitere Helfer, für die die Einstiegshürden geringer sind.

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