Ich habe Bits verkauft!?!

Ich habe heute Bits verkauft. Nun gut, genaugenommen ist das nichts Ungewöhnliches, als Programmierer lebe ich ja davon. Aber heute habe ich etwas in meinen Augen komplett Wertloses verkauft – und bin jetzt um fünf Cent reicher…

Zum Ersten klein
Zum Ersten …

Vor einigen Monaten hat Steam sogenannte Sammelkarten eingeführt. Während man ein Spiel spielt, wird einem seitdem ab und zu plötzlich angezeigt, dass man einen neuen Gegenstand in seinem Inventar habe, eine solche Karte. Ich hab mich erstmal nicht darum geschert.

Vor ein paar Tagen aber hat im Forum zu Frozen Synapse jemand nette Icons mit Bezug zum Spiel verwendet. Darauf angesprochen hat er geschrieben, dass er sie dadurch bekommen hat, dass er alle Sammelkarten zum Spiel zusammenhatte. Da habe ich mir das System dann doch mal angekuckt.

Zum Zweiten klein
… zum Zweiten …

Man kann durch das Spielen eines Spiels einige dazugehörige Sammelkarten erhalten – aber nie alle. Wer die Karten vollständig haben möchte, kann tauschen oder kaufen. Und am Kaufen verdient Valve mit. Für vollständige Sets bekommt man, abgesehen davon, dass es bestimmt einen Sammeltrieb befriedigt, virtuelle Belohnungen wie Icons für die Foren, Hintergründe für das Profil oder Steam-„Er­fah­rungs­punkte“. Im Optimalfall springt ein Rabattgutschein für ein Spiel oder Zusatzinhalte (DLCs) heraus.

Ich wollte das mal ausprobieren und habe eine meiner Karten zum Verkauf angeboten. Steam zeigt einem die durchschnittlichen Verkaufspreise der letzten Wochen an, die habe ich unterboten, und voilà: Heute war die Verkaufsbestätigung im Postfach und ich bin 0,05 Euro reicher. Mit dem Guthaben kann man (wenn es entsprechend angewachsen ist…) auch Spiele kaufen.

Zum Dritten
… und zum Dritten!

Wie ich in diesem kritischen Artikel erfahren habe, muss man die Spiele nicht einmal spielen, um die Karten zu bekommen, sie müssen nur gestartet worden sein. Daher läuft gerade Half-Life 2 in einem Fenster, während ich diesen Beitrag schreibe, und hat auch schon drei Karten abgeworfen.

Ich werde jetzt mal alle Karten, die mich so gar nicht interessieren, zum Verkauf einstellen. (Wenn Steam nicht ständig melden würde „Beim Erstellen des Angebots für Ihren Artikel ist ein Problem aufgetreten. Aktualisieren Sie die Seite, und versuchen Sie es erneut.“ Nachtrag: Es kann helfen, den Verkauf aus dem Steam-Client heraus zu tätigen und sich ggf. vorher aus- und wieder einzuloggen.) Es ist so ein bisschen wie mit den Bitcoins: Macht Spaß, aber ich bin mir nicht sicher, ob es die Stromrechnung bezahlt, die man damit generiert hat.

Ich überlege jedoch, die Sammelkarten für die besten Spiele zu behalten und mir vielleicht doch die Kartensets zu ertauschen. Ja, so ein bisschen Sammeltrieb ist geweckt. Nein, ich werde auf keinen Fall dafür Geld bezahlen. Mit Verlaub – das ist rein virtueller Scheiß, für den die Leute auch nicht ernsthaft gearbeitet haben (ganz im Gegensatz zum Schreiben eines Spiels). Für sowas gibt man kein Geld aus. Nicht mal sieben Cent.

4 Gedanken zu „Ich habe Bits verkauft!?!“

  1. ja, ich habe die Sammelleidenschaft zum winter sale entdeckt und sogar schon ein Euro auf meinem Konto :) Was mich interessierten würde ist wie viel Echtgeld im Umlauf ist bzw. wie hoch der Anteil (in %) ist. 50% der Karten werden umsonst ausgegeben dafür, das man das Spiel spielt. Wenn man die 50% ausgeschöpft hat kann man immer noch weitere Karten bekommen, wenn irgendjemand sein Set eintauscht und seine Boni dafür eintauscht. Zudem werden die Karten nicht von Valve verkauft sondern nur von den Spielern gehandelt und Valve kassiert ein paar % beim weiterverkaufe der Geschenke…

    Das die Karten oder Boni (z.B. Hintergrund Bilder, Foren Icons oder tolle bunte Waffen) nichts Wert sein muss ich aber Widersprechen. Jede Karte hat ein mehr oder weniger schönes Bild (auch hoch aufgelöst) woran jemand (mehr als 5min) gearbeitet hat. Und wer weiß vielleicht ist es wie bei den berühmten Free2Play Titeln, mal ein Euro für ne Kleinlichkeit kann man sich leisten. Ein Bier in der Kneipe geht ja auch ;)

    PS: Noch spannender ist es bei der bunten Ausrüstung. Hier wurde ein virtueller Scheiß für 38.000 Dollar gehandelt. Und jeder kann seine eigenen Gegenstände, Hüte oder was auch immer erstellen und verkaufen ;)

    1. Du hast natürlich recht: Da hat sich jemand hingesetzt und etwas gezeichnet, und natürlich ist das Arbeit. Aber ich bezweifle, dass die Karten deshalb gesammelt werden (schon gar nicht dasselbe Set mehrmals, was ja noch zusätzliche Belohnungen gibt)…

      Übrigens… Hast du die Fehlermeldungen beim Anbieten auch?

      1. ne, bei mir funktionierts. Zumindest über den Browser und wenn ich mich frisch anmelde.

        Aber so ist das doch meistens mit Sammelkarten oder eigentlich alles was gesammelt wird. Irgendwann steht nicht mehr die einzelne Karte im Vordergrund sondern die Sammlung, das Abzeichen oder einfach die Sammel-Leidenschaft ;)

        1. Ah, guter Hinweis! Im Browser hatte ich ab- und wieder anmelden probiert, aber erst beim Steam-Client hat es dann was genützt! Hab jetzt erstmal 23 Karten eingestellt und vier sind schon weg. :)

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