Mein Steam Controller

Mein Steam Controller ist da!

Vorgeschichte

Ich habe ja schon über Valves Gamepad erzählt, am Tag der An­kün­di­gung (die sich nicht vollständig bewahrheitet hat) und am Tag der Veröffentlichung. Ich war neugierig darauf, ihn auch mal aus­zu­pro­bieren. Aber der Preis von 55 Euro plus knapp 10 Euro für den Trans­port hat mich abgeschreckt. Doch nun gab es ein Angebot, XCOM 2 – das ich eh kaufen wollte – und den Steam Controller im Bündel ver­billigt zu bekommen. Wenn man davon ausgeht, dass ich XCOM 2 so oder so für 50 Euro gekauft hätte, hat mich der Con­troller inclusive Herschaffung nur noch 40 Euro gekostet. Das fand ich ok. Und hatte ich erwähnt, dass ich neugierig war?

Die Gamepads werden in den USA zusammengesetzt. Valve hat da ein hübsches Video veröffentlicht. Sieht hoch-automatisiert aus. (Und Kenner erfreuen sich an der Aufschrift auf den Robotern, die nach 13 Sekunden im Bild ist.)

Von den USA dürften die Controller per Schiff in die Niederlande fahren, vermute ich. Zumindest bekam ich einige Tage nach der Bestellung die Mitteilung des Paketdienstes „GLS“, dass mein Controller dort liegt. Zwei Tage später lag das gute Stück dann… nicht im Briefkasten, da passt das Paket nicht rein. Ich durfte es beim nächsten Vertragspartner von GLS abholen, einem Foto-Laden.

Entschachtelung

Im Karton wartete die eigentlich Controller-Verpackung auf mich. Darin liegt, eingebettet in ein Kunststoffbett, das Gamepad sowie eine Minianleitung und ein Zettel mit den ganzen gesetzlichen Bestimmungen aller möglichen Zielländer (der mal wieder länger als die Anleitung war) sowie zwei Batterien. Man kann das Gamepad am Kabel oder kabellos mit einem kleinen USB-Empfänger betreiben. Für letztere Variante kann man das Kabel und einen Ständer nutzen, um den Empfänger an einen günstigeren Ort stellen zu können. Kabel, Ständer und Empfänger liegen bei.

Die Inbetriebnahme unter Debian Linux war ein Kapitel für sich. Jedenfalls ist es mir schließlich gelungen. Allgemein lässt sich sagen, dass der Steam Controller nur unter Steams „Big Picture Mode“ rund­um sinnvoll verwendbar ist. Zu Beginn sollte man ihn per Kabel anschließen, um eine sichere Übertragung der vermutlich an­ste­hen­den Updates zu gewährleisten. Der USB-Empfänger bekommt unter Umständen später auch nochmal ein Update verpasst.

Zumindest nach dem Firmware-Update tut der Steam-Controller allerdings auch ohne Steam schon was: Er emuliert eine Maus. Dafür braucht das System dann keinen eigenen Treiber mehr (es ist wohl ein generisches „Human Interface Device“). So kann man schon mal aus­probieren, wie man mit dem Steam Con­troller als Mausersatz zu­recht­kommt…

PS: Wie der Kenner gemerkt haben dürfte, ist XCOM 2 nicht mehr ganz taufrisch. Leider hat der Text bis hierhin ein Jahr „auf Halde gelegen“.

Und wie steuert es sich nun damit?

Die erste Erfahrung war, dass sich mit dem Steam Controller ein Mauszeiger auf Anhieb intuitiver bewegen lässt als mit jedem Notebook-Touchpad, das ich je unter den Fingern hatte. Durch das haptische Feedback und das „Aus­rollen“ des Mauszeigers fühlt es sich nach einer Art Trackball an (mit denen ich aber eigentlich erst recht nicht zurecht­kommen). Für pixelgenaue Bewegungen ist eine Maus deutlich besser, aber man kann einen Mauscursor schon ohne Übung mit dem Steam Controller gezielt bewegen.

Zur Steuerung von Spielen ist erstmal zu sagen, dass der Steam Controller mit einem analogen Stick, A/B/X/Y-Tasten sowie zwei analogen und zwei digitalen Schultertasten (plus einigen weiteren Tasten, selbst an der Unterseite des Gamepads) für die meisten auf Game­pad ausgelegten Spiele genug Möglichkeiten bietet, ohne die Track­pads auch nur anzufassen. Aber das ist ja nicht das Spannende an der Sache.

Ich bin seit Jahrzehnten das Spielen mit Maus und Tatstatur ge­wöhnt und habe mir erst Ende 2015 für Lovers in a Dangerous Space­time mein erstes Gamepad gekauft. Um den Steam Controller zu testen, habe ich aber nun ein First-Person-Spiel, Papo & Yo, mit dem Con­troller gespielt – und es geht sehr gut. Als sich beim Spiel etwas ver­hakelt hatte, habe ich vorübergehend Maus und Tastatur ver­wen­det, hatte aber nicht das Gefühl, dass das nun sehr viel besser wäre.

Das linke Touchpad hat leichte Vertiefungen in Form eines Steuer­kreuzes und kann auch genau so verwendet werden. Es kann aber auch als Tastenfeld, Maus, Maus mit Analogstick-Ausgabe, Joystick, Kamera­joystick, Mausrad, Touch­menü, Maus­bereich, Radial­menü oder schlicht als Taste konfiguriert werden. Zu jeder dieser Mög­lich­keiten gibt es dann mehr oder weniger viele passende Unter­optionen. Und dasselbe lässt sich für beide Touchpads und, soweit anwendbar, den analogen Stick durchführen. Selbst digitale Tasten lassen sich umkonfigurieren. Und ein Gyroskop hat der Steam Controller auch noch. Damit nicht jeder Spieler von Optionen erschlagen wird, kann man Konfigurationen zu Spielen veröffentlichen und die anderen können sich aus diesen Vorschlägen bedienen.

Fazit

Ich habe es nicht bereut, den Steam Controller gekauft zu haben. Es ist ein interessantes Gerät, das seinen Zweck als Gamepad erfüllt und zusätzlich als Mausersatz taugt. Sicher wird ein Shooter- oder MOBA-​Profi damit nicht dieselbe Geschwin­dig­keit und Präzision erreichen. Aber das Ziel, Spiele fürs Gamepad und damit die Couch zugänglich zu machen, die für Maus und Tasta­tur gedacht sind, hat Valve erreicht.

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