W-LAN für Anfänger

Ich wollte, besser: ich musste letztens zum ersten Mal in meinem Leben (es mag komisch klingen bei einem Computer-Heini) W-LAN installieren. Bis jetzt bin ich mit Kabel immer gut gefahren, aber in der neuen Wohnung passt der Standort der Computer einfach schlecht zu dem der Telefonbuchse. Also, mit schlechten Vorahnungen, ran an das Funknetz.

Mein Router konnte funken, einen Empfänger hatten wir schon, einen zweiten habe ich mir von einem Kollegen geliehen. Zum Einrichten des W-LANs unter Linux habe ich zwei Programme probiert. GUI-Programme, da ich eigentlich der Meinung bin, dass man heutzutage auch Linux per GUI konfigurieren können sollte. (Konservative Linuxer werden hier wohl aufstöhnen.)

Der networkmanager für KDE war wohl in Debian gerade in einer Übergangsphase. Die Version aus Testing (dem Sammelbecken für die kommende Debian-Veröffentlichung) stürzte ab. Eine neuere Version am Rechner der tollsten Frau vonne Welt herunterladen und transferieren lief nicht gut. Ich hatte Schwierigkeiten, alle benötigen Bibliotheken gleich mit herunterzuladen, und dann auch noch für eine andere Plattform (x64) als die des Rechners (x86). Letztlich war es der geringere Aufwand, den Rechner zurück ans Kabel zu schleppen.

Lektion: Wenn es geht, richte das W-LAN ein, solange du noch in der Nähe des Kabels bist.

Schließlich lief es mit dem networkmanager aus der Unstable-Version von Debian. Ab und zu. Manchmal eher nicht. Ich habe auch auf ein anderes Programm, Wicd, umgestellt, aber auch das konnte nicht helfen.

Da der Router diagonal durch Wände funken musste, und ich wie gesagt wenig Ahnung von W-LAN hatte und daher keine Ahnung, ob sowas normalerweise gehen sollte, habe ich probeweise den Router dem Rechner nähergebracht. Bis auf zwei Meter Luftlinie, und mit ausschließlich Luft dazwischen. Doch selbst in dieser Anordnung konnte ich das W-LAN meines Nachbarn besser empfangen als mein eigenes. Ich habe bis heute nicht herausgekriegt, woran das liegt. Vermutlich ist mein Router (von Linksys) nicht der dollste.

Als ich mich schon damit abgefunden hatte, dass ich wohl neue Hardware anschaffen müsste, hat die tollste Frau vonne Welt in ihrem Zimmer hinter dem Degu-Käfig eine zweite Telefondose gefunden. Von da müssen die Signale zwar immer noch durch die Wand, aber senkrecht durch genau eine, und über höchstens zwei Meter Luftlinie. Den Router da aufgestellt, versuchsweise in alle Himmelsrichtungen gedreht, und ich konnte die Signale gut empfangen.

Nachdem das eine Weile gut lief, wollte ich noch meinen Netzwerk-Drucker über LAN anschließen. Wicd konnte das nicht, das leitet den Netzwerkverkehr automatisch über die LAN-Schnittstelle statt über W-LAN, sobald es eine findet. (Und mein Drucker konnte mir kein Inter-Netz liefern.) Dabei kommt mir die Konfiguration jetzt nicht so wahnsinnig ungewöhnlich vor…

Also zurück zum Networkmanager. Und voilà: Die Probleme waren zurück. Ab und zu lief das Netz, dann hatte ich wieder Abbrüche.

Im Systemmonitor konnte man sich das schön ansehen: Die Probleme kamen regelmäßig alle zwei Minuten. Ich vermute, dass dann Verschlüsselungsdaten neu ausgehandelt wurden, und das immer ein paar Sekunden gebraucht hat – und gelegentlich ganz gescheitert ist. Beim Router die Neuaushandlung auf einmal pro Tag zu setzen hat nichts genützt. Der Networkmanager scheint das zu erzwingen. Und Wicd konnte wie gesagt nicht das W-LAN parallel zum LAN handhaben.

Am Ende habe ich das W-LAN dann doch per Hand konfiguriert. Ein bisschen googeln, die passenden Einträge in die Datei /etc/network/interfaces, fertig. (Das freut die konservativen Linuxer, die bis hierhin durchgehalten haben.)

Lektion: Wenn es per Konfigurationsdatei leichter ist, mach es nicht per GUI. (Aber wenn es mit einer GUI leichter ist, mach es nicht mit der Konfigurationsdatei.)

Mein Fazit?

Das Kabel ist des Menschen bester Freund!

Die Fortsetzung der Geschichte findet sich hier.

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