Toner-Kauf ist Vertrauenssache…

… und hier ist er, der Toner ihres Vertrauens! (Otto Waalkes. Fast.)

 

Nein, nur Spaß. Ich werde hier keinen Toner empfehlen. Ich will nur erzählen, wie ich zu meinem gekommen bin.

Mein Drucker druckt meist in Schwarz-Weiß. Ich habe das Gerät unter Linux doppelt ein­ge­richtet, einmal als Schwarz-Weiß-Drucker und einmal als Farbdrucker. So wird hoffentlich beim Schwarz-Weiß-Druck tatsächlich kein Farbtoner verbraucht. Beim Farbdruck sieht man (wenn der Drucker mal nicht gut kali­briert ist), dass er leider auch Farbe unter den schwarzen Toner mischt. Sowas wird angeblich gemacht, um die Abdeckung zu erhöhen. Hm… Ich hab beim Schwarz-Weiß-Druck aber keinerlei Beschwerden über die Abdeckung.

Die tollste Frau vonne Welt muss aber gelegentlich in Farbe drucken, und nun ist der Farb­toner-Vorrat, der mit dem Drucker kam, aufgebraucht gewesen. Ich hab mich nach neuem umgekuckt. Da gibt’s ziemlich verschiedene Angebote…

Das Original

Natürlich kann man Toner vom Druckerhersteller kaufen. Der bietet sowas an. Für die meisten Drucker ist ja wohl sogar das Geschäftsmodell, den Drucker (zu) billig zu verkaufen und sich mit dem Toner bzw. der Tinte eine goldene Nase zu verdienen. Damit nicht heimlich jemand „unautorisiertes“ Verbrauchsmaterial verwendet, werden die Patronen mit Chips augestattet, die mitzählen, ob der Toner alle ist – unabhängig davon, ob er alle ist. Um diese Chips wiederum werden dann Patentstreits geführt, um Nachahmer abzu­schrecken, selbst Chips einzubauen oder originale zu manipulieren. Und all das nur, um den Benutzer daran zu hindern, Toner seines Vertrauens zu verwenden.

Kosten (drei Grundfarben für meinen Drucker): 135€

Pro:

  • sicher
  • gute Qualität

Kontra:

  • teuerste Lösung
Die billige Fälschung

Es gibt auch billige Tonerkartuschen. Ziemlich billige. Nachgeradezu verdächtig billige. Für 15 Euro pro Farbe kann man eine Kartusche bekommen von… von… na ja, von wem, das steht nicht dabei. Von irgendeinem chinesischen oder sonstigen weit entfernten Hinterhof vielleicht. Nun ist Toner keine gesundheitsfördernde Substanz und man möchte als Kunde, dass die Arbeit sorgfältig gemacht wird, sowohl im Sinne der Arbeiter als auch im Sinne der eigenen Gesundheit.

Kosten (drei Grundfarben für meinen Drucker): ab 40€

Pro:

  • billige Lösung

Contra:

  • Quelle unbekannt
  • Sicherheit unbekannt
Namhafte Nachahmer

Zwischen dem Originalhersteller und den mir eher dubios erscheinenden Angeboten gibt es die Nach­ahmer, die sich trauen, ihren Namen auf ihre Produkte zu schreiben. Für eine Liste solcher Hersteller hatte ich gesuchmaschint, wer von den Druckerherstellern verklagt worden ist, und bin hier auf eine Liste gestoßen. Das Produkt dürfte nicht allzu schlecht sein, wenn dem Hersteller nur noch der Klageweg bleibt, dachte ich mir. Die Patronen sind hier allerdings sehr viel teurer als bei den namenlosen Her­stellern.

Kosten (drei Grundfarben für meinen Drucker): 90 Euro

Pro:

  • der Hersteller haftet mit seinem Namen und Ruf
  • billiger als beim Druckerhersteller

Contra:

  • deutlich teurer als die billigsten Angebote
Nachfüllpackung

Bei der Suche nach Toner mit Herstellernamen bin ich auf eine weitere Möglichkeit gestoßen: Man kauft nur das Toner-Pulver und füllt es selbst ein. Dazu gibt es manchmal noch die Chips, die einsehen, dass die Patrone voll ist, und bei einem Angebot sogar einen Billiglötkolben zum Befestigen. Nun habe ich zum einen Respekt vor Toner, zum anderen kaum je einen Lötkolben in der Hand gehalten. Außerdem berichten Berichte davon, dass das nicht immer gutgeht.

Kosten stark variierend, z. B. 4 Farben & 4 Chips mal 25, mal 50 Euro

Pro:

  • unter Umständen sehr billig

Contra:

  • unter Umständen ungesund für Mensch und Drucker
Fazit

Mein Fazit ist wohl schon erwartbar: Ich will bei den Plänen der Druckerhersteller nicht mitspielen, traue aber denen nicht über den Weg, die sich nicht trauen, ihren Namen auf ihr Produkt zu schreiben. Und mir selbst als Nachfüller traue ich schon mal gar nicht. Ich war überrascht, dass man bei den namhaften Herstellern so viel mehr bezahlen muss, aber für so einen habe ich mich entschieden. Gefreut habe ich mich, als ich in der Schachtel mit dem Toner-Cartridge von Jettec ein Umweltlabel gefunden habe, den „Nordic Swan“. Der Drucker jedenfalls ist von den neuen Cartridges überzeugt; er hat mich begrüßt mit „Echtes HP Material installiert“.

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