Staublunge

Am Montag hatte ich noch mit den Nachwehen der WLAN-Umstellung zu kämpfen. Mein VDR kommt derzeit nichts ins Internet, und ich kann daher keine Updates einspielen. Dienstag früh hab ich nochmal schnell Mails gecheckt, und… ganz andere Probleme bekommen. Es wurden bunte Kreise angezeigt, wo keine sein sollten. Gut, kann was abgestürzt sein, ein Neustart wird’s schon richten.

„Jeder Boot tut gut.“

Aber die Fehler zeigten sich wieder, diesmal mit kleinen farbigen Kästchen. Die Kabel saßen fest. Also der Grafikkartentreiber von Nvidia, den ich für Steam aus dem „experimental“-Teil von Debian installiert hatte? Andererseits, gestern ging derselbe Treiber ja noch… Ich hab trotzdem den Treiber auf den neusten (experimentellen) Stand gebracht. Hat nichts genützt. Ein Ersatzmonitor auch nicht. Zwischendurch musste ich immer mal wieder Reset drücken, weil die Oberfläche komplett eingefroren war. Gut, dass Dateisysteme sowas heutzutage zur Not abkönnen.

Um herauszufinden, ob es eher ein Software- oder ein Hardware-Problem ist, habe ich Windows gestartet. Dank Steam für Linux inzwischen ein ungewohnter Anblick. Nach kurzer Zeit trat derselbe Fehler auf. Interessanterweise hat Windows gemerkt, dass im Grafiktreiber etwas nicht stimmt und ihn neu gestartet. Schön, aber keine Lösung.

Es war klar: Der Wurm steckt in der Hardware. Also bin ich zur Arbeit gefahren mit dem unguten Gefühl, dass vielleicht meine Grafikkarte kaputt ist. Ich bin davon ausgegangen, dass der Lüfter eingestaubt ist, und habe gegoogelt, ob anderen in derselben Situation das Säubern etwas genützt hat. Die Erfahrungen waren unterschiedlich.

Endlich wieder zu Hause angekommen, habe ich den Rechner geöffnet. Der Lüfter der Grafikkarte war tatsächlich gründlich eingestaubt. Also habe den Staubsaugerrüssel an den Lüfter und alle anderen Öffnungen (der Grafikkarte!) gehalten. Die c’t schreibt dazu, dass das durch zu schnelle Drehung den Lüfter beschädigen könnte, ich habe ihn daher mit einem Wattestäbchen festgehalten. Ordentlich entstaubt habe ich die Karte wieder eingebaut, den Rechner eingeschaltet, und… er lief. Also habe ich noch ein Spiel gestartet, um die Hardware ein wenig herauszufordern, und mich daran gemacht, mein Essen zu kochen aufzuwärmen. Als ich nochmal auf den Bildschirm gekuckt habe… lief leider gar nichts mehr. Wieder war der Oberfläche mit ein paar farbigen Kästchen zu viel auf dem Schirm eingefroren.

GTX 460 Lüfter

Also habe ich mich als letztes Mittel daran gemacht, meine Grafikkarte, eine Zotac GTX 460, aufzuschrauben, um sie möglichst komplett zu säubern. Früher waren Grafikkarten ja noch offene Platinen, aber seit sie mit Gehäusen kommen, hatte ich noch nie eine geöffnet. Als ich alle 10 Schrauben abhatte, habe ich die Kappe abgenommen – und zu meiner Überraschung lag gleich der Chip offen vor mir. Die Wärmeleitpaste sah recht trocken aus, aber das muss vermutlich so sein. Jedenfalls habe ich, weil man das Gehäuse so nicht einfach wieder verschließen darf und auch in der Hoffnung, den Chip besser kühlen zu können, die alte Paste entfernt und neue aufgetragen. Nachdem alles wieder zusammengebaut war, äußerte sich der Fehler aber stärker denn je. Eine Runde mit Aufschrauben und noch ein bisschen Paste habe ich noch gedreht, dann musste ich aufgeben.

GTX 460 Prozessor

Nach neuen Erkenntnissen zieht sich das Weltall nicht eines Tages wieder zusammen, sondern expandiert immer mehr und geht dann wohl in den „Wämetod“. Meine Grafikkarte ist schonmal vorgegangen. Weil ich ziemlich traurig war, hat die tollste Frau vonne Welt vorgeschlagen, sie im Wald zu beerdigen.

Ich wollte dieses Jahr eh Grafikkarte und Prozessor auswechseln, und im Zuge mit letzterem braucht man dann ja im Normalfall auch ein neues Mainboard und neuen Speicher. Ein Umbau wäre also sowieso dran gewesen. Schade nur, dass ich jetzt die Karte nicht mehr der tollsten Frau vonne Welt vermachen kann, die derzeit auf eine zusammengestoppelte Möhre angewiesen ist, die sich schon bei Internet-Videos schnell überfordert zeigt.

Die neue Grafikkarte – die, die ich eh im Auge hatte – habe ich noch Dienstag Abend bestellt. Obwohl ich noch keine Benachrichtigung vom Händler bekommen hatte, bin ich am Mittwoch nach Feierabend gleich vorbeigegangen und hab sie auch tatsächlich bekommen. Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer GeForce® GTX 660 DirectCU II TOP von Asus. Laut c’t sollen die DirectCU-II-Modelle gut gekühlt und besonders leise sein. Jetzt bräuchte ich nur noch ein Spiel, das die neue Hardware ausnutzt und mich mit Grafikpracht begeistert.

Ich muss diesen Beitrag ausnahmsweise mit einem Apell schließen. Haltet den Staubsaugerrüssel in eure Rechner! Nein, nicht übermorgen – heute!

Staubmäuse nagen an eurer Hardware!

Wer gesaugt hat, kann gerne von den Flusen berichten, die er vorgefunden hat. Am liebsten wären mir ja Fotos von total verdreckter Hardware.

4 Gedanken zu „Staublunge“

  1. Hallo Eike, ich hätte hier eine Radeon HD4650 1 GB DDR2 DVI/HDMI und Adapterstöpsel von DVI auf VGA 15-Pol, allerdings als Low-Profile-Ausführung; wenn Du sie in einen PC mit normalen Slotblechen einbauen willst, musst Du Dir von woanders ein passendes Slotblech organisieren. Karte stammt aus einem Acer, Baujahr 2009 oder frühes 2010, wurde aber direkt nach Erwerb ausgebaut, da die Kiste als Server eingesetzt wurde. D.h. Lüfterlager in Neuzustand und keinerlei Staub. Falls die Karte für den Rechner Deiner Holden interessant wäre, kontaktiere mich über die E-Mail-Adresse, die hier hinterlegt ist. Preis VS und ich bin nächste Woche 2 Tage in Berlin, kann sie Dir also irgendwo in der Stadt übergeben. Gibt 6 Monate Gewährleistung (da gebraucht) und offizielle Rechnung. Falls Du vorab Fotos willst, kein Problem.

    1. Hallo, Stalker! ;o) Danke, aber ich hab inzwischen von einem Freund eine für geschenkt angeboten bekommen. Man muss nur jammern, dann geht’s auch… Und wenn ich/sie Geld ausgeben müsste, würd‘ ich für 20-30 Euro ’ne neue nehmen… (Grafikkarte, nicht Holde!)

    1. Oh ja, gebt mir schmutzige Bilder…! X)

      Das mit dem Beerdigen haben wir nicht getan, sie hat nur den Haufen vergrößert, der irgendwann mal zur Stadtreinigung muss…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.