Steams „Familienbibliothek“

Steam hat die Möglichkeit eingeführt, seine Spiele mit Familien­an­ge­hörigen oder Freunden zu teilen. Vorteil: Man kann alle Spiele eines Freundes spielen, solange er gerade nicht spielt. Nachteil: Wenn er gerade spielt, kann man seine Spiele nicht spielen!

Family-SharingUnter der neuen Rubrik „Familie“ in den Ein­stel­lungen von Steam gibt es zwei Funktionen, „Familienansicht“ und „Familienbibliothek“. Mit ersterer kann man dem Nachwuchs den Zugriff auf einen Teil der Spiele verwehren; das betrifft mich also noch nicht. Die zweite Op­tion ist interessanter: Mit ihr kann man einem Freund Zugriff auf seine gesamte Spiele­bi­blio­thek geben.

Vergangene Woche habe ich meinen Bruder besucht und wir haben das mal ausprobiert. Ich habe mich auf seinem Rechner unter Steam eingelogt und den Computer an sich und ihn als Nutzer autorisiert. Danach konnte er auf meine komplette Bibliothek zugreifen. Umgekehrt haben wir es dann so gemacht, dass er mir seine Logindaten und nach dem ersten versuchten Login den Freigabecode geschickt hat.

Und so bin ich theoretisch zu 99 neuen Spielen gekommen. Unter Linux laufen 22 davon. Es gibt also viel auszuprobieren. Ich habe mir gleich mal Legend of Grimrock an­ge­kuckt, ein Spiel im Stil von Dungeon Master, bei dem das überstrapazierte Wort „retro“ gut passt. Und habe im Kopf mit einem be­gei­ster­ten Blog­beitrag begonnen.

Doch als ich gestern von einer Feier nach Hause kam, noch ein bisschen durch’s Verlies krabbeln wollte und das Spiel doppelgeklickt habe, kam die Shopseite! Ich hatte an einen Fehler geglaubt und erst nach dem zweiten Versuch gemerkt, dass mein Bruder gerade  nichts Besseres zu tun hatte, als selbst zu spielen! Am Samstag Abend! Als ich spielen wollte!

Nein, im Ernst: Es ist schon doof, wenn man sich gerade auf ein bestimmtes Spiel freut und es dann doch nicht spielen kann. Dazu reicht es, dass der Besitzer irgendein Spiel aus seiner Bibliothek spielt.  Von daher macht das An­ge­bot von Steam vielleicht doch mehr Sinn, als ich am Anfang glauben wollte. Man kann so Spiele anspielen, man kann sie auch nutzen, wenn man gerade die Ge­le­gen­heit hat und einem danach ist. Aber man kann sich nicht auf ein bestimmtes Spiel kon­zen­trie­ren, sich hineinversenken, wenn man es dann vielleicht doch nicht starten kann. Oder wenn der Freund oder Verwandte sich gar während des Spiels selbst einloggt und man ein paar Minuten bekommt, um das Spiel zu kaufen oder die Partie zu beenden…

Also, Steam wird mit seinem Family-Sharing wohl doch nicht pleite gehen, sondern ein paar Kunden erfreuen, aber auch ein paar Ver­käufe bewirken. Es ist trotzdem ein nettes Angebot.

2 Gedanken zu „Steams „Familienbibliothek““

  1. hm, das ist ja spannend. Ich habe LoG schon länger nicht gespielt… vielleicht war ich gerade mit Skyrim zugange. Also wenn es kein Bug ist dann könnte es sein, das der andere garnicht spielen darf, aber das wäre schon eine große Einschränkung.

    1. Genau so ist es: Der Besitzer darf grad gar nicht spielen, sonst kommt der „Ausleiher“ an keins der Spiele ran!

      Ich hab das mal im Beitrag nachgetragen.

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