Closure oder Die Mauer im Kopf

Closure ist eins der Spiele, die ich meinem Bruder zu verdanken hab‘. Es ist ein unscheinbares Rätselspiel, und wie gut es ist, habe ich erst gemerkt, als ich eigentlich aufgeben wollte.

Closure1

Wir lenken bei Closure ein spinnenartiges Wesen durch eine größ­ten­teils dunkle Schwarz-Weiß-Welt. Es verwandelt sich auch noch, zum Beispiel in eine Art Taucher oder ein Mädchen. Warum, weiß ich nicht. Das Spiel lebt wohl eher nicht von der Story.

Die Grundidee von Closure ist, dass nur das real ist, was man sieht. Die Dinge bleiben, wo sie sind, auch wenn man sie nicht sieht. Aber die Wände sind kein Hindernis und der Boden bietet keinen Halt, wenn kein Licht darauf fällt. Um nicht aus der Welt zu fallen, müssen wir daher fast ständig im Licht bleiben. Dazu gibt es eine Art trag­bare Glühbirne, leuchtende Fässer und feste wie auch verstellbare Lampen.

Closure2

Ich hatte schon 14 Level geschafft, als ich an einem tagelang hängen­geblieben bin. Es ist leider auch ein recht actionreicher Abschnitt, aber daran war es nicht gescheitert. Ich habe dann beschlossen, dass das Spiel blöd ist, und ich mir nur noch schnell die Auflösung für den Level auf Youtube anschaue.

Ich mache sowas ungern. Klar, wenn ein Spiel einfach keinen Spaß macht, dann spiel ich’s halt nicht. Aber in die Lösung kucken, das geht mir gegen den Strich. Lieber verbeiße ich mich 26 Spielstunden lang, wie damals bei Antichamber, und habe dafür hinterher das befrie­di­gende Gefühl, es komplett allein geschafft zu haben.

Doch Closure wollte ich ja blöd finden. Aber dann war mir die Auf­lösung peinlich. An dieser Stelle hatte ich gestanden. Ich hatte ge­ahnt, wo ich hin muss. Aber ich war nicht gesprungen. Warum nicht? Weil da im Dunkeln eine Wand war! Und weil man ja als er­wach­sener Mensch weiß, dass da, wo im Hellen eine Wand ist, auch noch eine ist, wenn man sie nicht mehr sieht! Doch nicht so bei Closure. Ich kannte die Regeln des Spiels. Ich wusste, dass hier nur ein Hindernis ist, was auch im Licht ist. Doch in meinem Kopf war da eine Mauer. Und an der bin ich gescheitert.

Nun spiele ich Closure weiter. Es wäre ja gelacht…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.